Kurier

Berlin feiert Jeunesse-Orchester
...am meisten beklatschte das Publikum im ausverkauften Konzerthaus die Uraufführung des Österreichers Helmut Hödlder mit seiner Vienna Clarinet Connection und dem grandiosen Orchester dahinter eine schmissige Hommage von Jazz über Minimal Music bis Bartok zu Benny Goodmans 100.Geburtstag vorlegte. Der Erfolg der Wiener sollte das Festival in seiner bisherigen europäischen Ausrichtung bestärken...

Berliner Morgenpost 

"Sing Sing Sing" hatte Helmut Hödl seinen "Tribut an Benny Goodman" überschrieben. Er hatte ihn überdies der "vienna clarinet connection", gerahmt von einem großen Orchester, in den Mund gelegt, und die vier Herrn brachten es im Konzerthaus denn auch prompt delikat zu Gehör: eine originelle Gedenkmusik. Jazz-Memoiren-sozusagen mit Trauerrand. Sie sonnen sich geradezu in Tristesse. Sie beerdigen gleichzeitig die Erinnerungen an den guten, alten Jazz und mischen ihn mit klassischer Haltung auf. Zündend wurde das Werk, als die vier Solisten am Schluss, immer weiter spielend, das Podium verließen und gemächlich vor der ersten Parkettreihe dahinwanderten-mitten hinein in den rauschenden Schlussapplaus.

Berliner Tagesspiegel

Dazwischen die Uraufführung von Helmut Hödls "Sing Sing Sing" : eine Jazz-Hommage an Benny Goodman, gemeinsam mit der Vienna Clarinet Connection, der auch der Komponist selbst angehört. Die vier Klarinettisten bewegen sich in Sekundenschritten auf pulsierenden Klangflächen, Minimal Music trifft Débussy, Bartók, Mahler, Charles Ives. Ein mit Selbstironie angereicherter transatlantischer Hybrid, der Höhepunkt des Abends. Schmissig, süffig – und nur ein klein bisschen geschwätzig.